1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen finden sich im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) von NRW als viertes Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes SGB VIII wieder.
Darin ist sowohl der Auftrag, als Kindertagesstätte Familien in der Erziehung ihres Kindes zu unterstützen, als auch der Anspruch des Kindes auf Bildung und Förderung der Persönlichkeit festgeschrieben.

§ 2 Allgemeiner Grundsatz
Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und auf Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.

§ 3 Aufgaben und Ziele
(1) Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege haben einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag.
(2) Die Förderung des Kindes in der Entwicklung seiner Persönlichkeit und die Beratung und Information der Eltern insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung sind Kernaufgaben der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Das pädagogische Personal in den Kindertageseinrichtungen und die Tagespflegepersonen haben den Bildungs- und Erziehungsauftrag im regelmäßigen Dialog mit den Eltern durchzuführen und deren erzieherische Entscheidungen zu achten.

2 Evangelisches Profil
Die Kindertagesstätte versteht sich als Teil der Kirchengemeinde vor Ort und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Arbeit mit Kindern und Familien im Kirchenkreis. Das evangelische Profil der Einrichtung ist deshalb neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen das inhaltliche Herzstück der Arbeit und prägt das Gesicht der Einrichtung.
Das evangelische Profil wurde in Anlehnung an das Ev. Kita Handbuch der Fachberatung und der Kreissynode Niederberg 1998 "Gemeindliche evangelische Kindergartenarbeit" erstellt
2. 1 Biblische Grundlage

Markus 10,14 (-16)
14 Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.
15 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
16 Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.

Jesaja 66,12
12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen.

Die Bibel Übersetzung nach Luther 1984

2. 2 Kindergartenarbeit ist Gemeindearbeit.
Kinder haben in Gottes Augen eine ganz besondere Bedeutung. Wo sie leben können und mit ihrer Lebendigkeit und Verletzlichkeit, mit ihren Fragen und Bedürfnissen willkommen sind, breitet sich Gottes Reich aus. Im Auftrag der Kirchengemeinde nimmt die Kindertagesstätte diesen Auftrag in besonderer Weise wahr und lädt Kinder in Gottes Reich, in seine Gemeinschaft ein.

2. 3 Lebensraum für Kinder
Zum Lebensraum der Kinder gehören sowohl ihre Familie, die Gesellschaft um sie herum, sowie die Kirche vor Ort. Unsere Einrichtung stellt deshalb eine Verbindung zwischen diesen drei Bereichen dar.
In diesem Lebensraum erfahren sich Kinder als von Gott geliebte Menschen, d.h.:
- sie spüren, dass alle Menschen gewollt, bejaht, geschaffen, geliebt sind von Gott
- sie entdecken, dass jeder Mensch begabt ist von Gott, und werden in ihren Begabungen gefördert.
- sie erleben, dass Fehler machen erlaubt ist. Keiner ist perfekt, es gibt Vergebung und eine zweite Chance.
- sie erfahren sich als Teil einer Gemeinschaft, lernen Verantwortung zu übernehmen, füreinander da zu sein, sich umeinander zu kümmern und Mitleid zu empfinden.
- sie lernen verlässliche Beziehungen und Vielfalt kennen.
- sie können vielfältige Erfahrungen sammeln, sich und ihren Bezugsrahmen entdecken und erforschen.
- sie erleben, dass ihre Fragen gehört und bedacht werden und im Alltag des Kindergartens vorkommen.
- sie erfahren den Glauben als ein Angebot, es gibt Freiheit zu glauben, kein Zwang, sondern die Einladung zur Selbstständigkeit und zu einem persönlichen Glauben.
- sie lernen einen in den Alltag integrierten Glauben kennen: Glaube mit "Alltagsrelevanz"
- sie begreifen ihre Umwelt als Gottes Schöpfung, an der sie sich freuen können, sie achten und bewahren.
- sie übernehmen Verantwortung für Gottes Schöpfung, dürfen miteinander staunen, wahrnehmen, begreifen, die Vielfalt entdecken und erleben.

Im Leitsatz unserer Einrichtung finden sich diese Aspekte wieder.